Ich wiederhole mich gerne wenn ich mich aufrege.
Und wieder eine Woche vorbei. Diese Woche war ich die einzige
Studentin hier, was nicht so schlimm klingt bis man sich klar macht,
daß die Studenten sich völlig allein um die Nachtbetreuung der
stationären Viecher kümmern.
Da den größten Teil der Woche zwei Tiere auf der Intensivstation
waren und als mindestest einen Check um Mitternacht und einen um vier
Uhr brauchten, waren sowohl die Nurse als auch der Intern zum Glück
immer sehr nett und haben die Mitternachtsrunde für mich
übernommen.
Trotzdem. Irgendwie anstrengend.
Ansonsten vertreibe ich mir
die Zeit damit mich mit den
Computerteam der Uni rumzustreiten.
Laut Webseite der Uni steht mir nämlich ein Benutzername für den
Internet-Zugang zu. Und selbst wenn ich nur auf Besuch hier wäre
sollte ein Wireless-Zugang auch möglich sein. Das sagen auch die
Computerleute von der Hauptuni.
Die gute Computerbeauftragte in der Verwaltung hier - die mehr oder
weniger für alle Verwaltungssachen zuständig ist, also auch meine
Ansprechpartnerin wegen des Praktikums war - hat mir aber gleich am
ersten Tag erklärt, daß ein Internet-Zugang für die Visiting Students
nicht geht.
Also bin ich erst mal zur Hauptuni gedackelt und habe mich dort noch
mal erkundigt. Mein Vertrauen in alles tiermedizinische und Computer
ist offensichtlich, nicht? Wo mir eine nette Dame auch gleich einen
Gastaccount eingerichtet hat.
Trotz meiner tolle offizielle Uni-Besucherkarte bin ich nämlich
ihrer Auskunft nach kein offizieller Besucher. Was mir natürlich
völlig egal war, da ich endlich meine Mails checken konnte. Wenn ich
denn in den Computerraum reingekommen wäre. Dafür ist nämlich meine
tolle offizielle Besucherkarte nicht freigeschaltet. Aber da ich ja
häufiger mitten in der Nacht häufiger in die Klinik runtermusste,
habe ich mich ganz einfach frech dort hinter einen Computer
geklemmt.
Aber am übernächster Woche bin ich in der Großtierklinik und dann
geht das nicht mehr. Also bin ich letzten Montag wieder an die
Hauptuni um nochmal wegen des Wireless nachzufragen.
Nachdem ich den Leuten mühsam erklärt hatte, daß die
Selbstregistrierung auf die sie mich dauernd verweisen wollten für
mich nicht funktioniert, da ich keine eMail-Adresse mit edu.uk am
Ende habe (und warum muß eigentlich ich sowas dem Computerleuten
erklären? Sollten die sich nicht zumindest ein bischen mit ihrem
System auskennen?) haben ich ihnen meine Daten da gelassen und sie
haben mir versprochen sich darum zu kümmern.
Als ich aus dem Büro rauskam hat mich die nette Dame die mir zuvor
den Zugang eingerichtet hat erkannt und mir erklärt, daß ich doch ein
offizieller Besucher wäre und daher schon einen Zugang gehabt hätte
und sie deshalb meinen anderen Zugang wieder gelöscht hätte.
Toll, danke, und woher soll die Benutzerinfos von dem offiziellen
Benutzerzugang den ich haben soll bekommen? Von der Frau die mir
erklärt hat, daß so was für Visiting Students nicht drin ist?
Eigentlich wollte mich die gute Hauptuni-Dame noch mal anrufen. Und
die Wireless Leute wollten sich auch melden.
Nichts davon ist bisher geschehen.
Alle doof.
Glücklicherweise scheint der Zugang trotzdem noch zu
funktionieren.
Und falls nicht hat mir eine der Anästhesistinnen ihre Zugangsdaten
gegeben.
Vielleicht sind doch nicht *alle* doof.
Als am Samstag dann auch noch mein Handy den Geist
aufgegeben hat,
hätte ich gerne geschrien.
Aber da dieses Wochenende jeweils genau drei Hunde und Katzen hier
sind, konnte ich zumindest gleich in die Stadt fahren und mich darum
kümmern.
So ein Handy-Akku ist erstaunlich teuer. Und man bekommt ihn auch
nicht in jedem Laden. Auch wenn das Handy dort verkauft werden
sollte.
Danach habe ich mir erst mal mein Rad geschnappt und bin auf den
nächstbesten Berg geradelt. Castlelaw Hill. Da hatte ich nämlich so
ein schickes Schild gesehen, von wegen von touristischem
Interesse.
Ist ganz nett, ein paar Kuhlen im Boden von den verschiedenen Ringen
des Forts und das ... ich glaube es hieß Earthhouse - so eine Art
unterirdisches Lagerhaus.
Dann bin ich noch ein wenig weiter gewandert und habe viele Fotos
von der Landschaft gemacht. Und von den Schafen.
Die Tatsache, daß die Gipfel der Hügel die ich von meinem Fenster aus sehen kann teilweise völlig von Wolken verdeckt sind, ist auch nicht unbedingt vertrauenserweckend.
Also schreibe ich das hier, und wenn ich gut drauf bin auch noch ein paar eMails und Postkarten.
Aufregend mein Leben, nicht?
