Page generated 27 July 2017 18:51
alex_t: (Default)

Huh? Vielleicht ist mein Hirn gerade völlig durchgebrannt, aber ist "katalytische Enzyme" nicht irgendwie doppelt gemoppelt?
Egal. Ich bin offensichtlich am lernen.
Juchuu.

Ich hoffe mein Enthusiasmus kommt angemessen rüber. Milchhygiene ist überaus spannend und interessant. Wirklich. Ganz ehrlich.

Da ich mich im Moment hauptsächlich mit Gesetzestexten auseinandersetze kann ich hier auch im Moment nicht von Pinselohräffchen berichten. Tut mir sehr leid. Und auch mit meinen eMails bin ich weit zurück. Dafür bitte ich auch um Entschuldigung.

Irgendwie wird mein Haufen mit Dingen die ich zu erledigen habe nämlich nicht kleiner. Wie das eben so ist.
Lernen, Doktorandenstelle suchen (OMG Panik! Kann mich bitte jemand retten?), Skript überarbeiten (warum ich mich darauf eingelassen habe ist mir unklar. Ach ja, es bringt ein wenig Geld. Hallo, mein Name ist Alex und ich bin käuflich), Zukunft planen, Zeit verschwenden,...
Irgendwie sollte das alles doch gar nicht so lange dauern. Ich sollte wirklich die Zeit haben, Jessi mit Matheaufgaben zu belästigen und Mails zu schreiben. Habe ich nur irgendwie nicht.
Das Leben ist grausam.


Noch dazu lief Harry Potter hier nicht auf Englisch.
Das Leben ist grausam und gemein.

Hmmm. Da ich am 2.12 zur Fakultätentagsitzung nach Gießen muß - und zuvor Kuno in Langen parken gehe, der Hund nervt mich im Moment sehr - könnte ich schauen ob er am 1.12 noch im Turmpalast läuft.
Hmmm. Wäre das zu besessen? Wahrscheinlich ja, aber was stört es mich? Mal gucken ob ich früh genug hier losfahre, dass das klappen könnte.

Ich bin offensichtlich leich manisch. Oder manischer als sonst. So genau kann ich das nicht beurteilen.
Ich könnte mich wieder auf die Milchhygiene stürzen.
Ich könnte es auch lassen.
Entscheidungen, Entscheidungen.
Das Leben ist grausam, gemein und kompliziert.



Und es kann nur noch komplizierter werden.
Auf in den Kampf.

Ende und aus für heute.

alex_t: (Default)
Ja, ich lebe wirklich noch.

Nachdem ich bis mitte November keine weiteren Prüfungen habe, versuche ich mich zu motivieren endlich alle eMails zu schreiben, alle Unterlagen abzulegen, alle Vorbereitungen für den letzten Teil und das Leben Nach Dem Studium zu treffen und Jessi auf ihre Prüfungen vorzubereiten.
Was ich tatsächlich mache ist faulenzen.

Mea culpa.

Hoffentlich schaffe ich es bis Ende der Woche doch noch in die Gänge zu kommen, dann werde ich eventuel auch wieder häufiger hier updaten.
alex_t: (Default)
Auch wenn die zwei letzen Wochen meines Lebens völlig vergeudet waren.
Dies hier habe ich letzten Freitag auf ein paar Fitzel Papier gekritzelt: )

Und seitdem habe ich eigentlich nur panisch für meine Reproprüfung gestern gelernt. Die ich erstaunlicherweise bestanden habe.
Naja, hin und wieder muß man auch mal Glück haben mit den Fragen die man zieht.

Und jetzt? Jetzt beende ich diesen Eintrag und fange an auf meine Lieferung von Doctor Who Folgen zu warten. mich auf die Chirurgieprüfung vorzubereiten.
alex_t: (Default)
Dinge die ich Tage vor dem Ende eines Praktikums und nach drei Wochen von täglichen Mitternacht- oder Vier-Uhr-Checks (oder auch hin und wieder beides) brauche? Eine mit-ICU-Studentin die die Masern hat.

Glücklicherweise hat der Resident vom Dienst die Klinik ziemlich leergeräumt. Nur 18 Fälle und nur drei davon Kolikchecks, eine der Koliken sollte morgen nach Hause gehen und mit etwas Glück können wir die Kolik in Box 33 auf Checks alle 8 Stunden runterschrauben.

Weiß jemand wie lange die Immunität gegen Masern (nach Erkrankung, nicht nach Impfung) vorhält? Die anderen beiden Mädels (irgendwie witzig, die erste Woche habe ich das Haus mit drei Kerlen geteilt, die zweite Woche mit zweien und einem Mädel und diese Woche ist komplett weiblich) hatten noch nicht mal die Masern und sind ihres Wissens nach auch nicht geimpft. Was für ein Spaß.

Deshalb habe ich es auch noch nicht wieder nach Roslin geschafft, dabei möchte ich noch mal ein wenig Flußab - in Richtung Dollys Heimat - wandern. Vielleicht Morgen nach den Vier-Uhr-Checks.

Ansonsten sehen meine Pläne für die nächste Woche einen Tag auf der Isle of Skye und einen Nahe dem nord-westlichsten Punkt des Festlandes vor.
alex_t: (Default)
Mein Gott, ist das heiß!
Gestern habe ich mich mal wieder losgeeist und bin in die Stadt gefahren. Um dann dort auf Arthur's Seat rumzukraxeln.
FOTOS! )
Heute habe ich dafür einen Sonnenbrand.

Außerdem halte ich hiermit ganz offiziell fest, daß ich Großtiere - oder genauer gesagt, Pferde - hasse.

Alle diejenigen die freiwillig mit in der Pferdepraxis arbeiten sind ganz klar geschädigt.


Mein Gott, ist das langweilig. Haben diese Viecher jemals etwas anderes als Koliken oder Lahmheiten? (Ich weiß, daß es tausend Gründe dafür gibt, aber das Interesse dafür geht mir total ab).

Und wie schwer kann es sein, die geplante Diagnostik für den Tag irgendwo aufzuschreiben, damit die armen Studenten, wenn sie gerade nicht dabei sind Atmung, Puls und Temperatur von kerngesunden Pferden zu bestimmen, nicht nur per Zufall feststellen das gerade ein Ultraschall oder eine Lahmheitsuntersuchung gemacht wird?

Inzwischen habe ich mich zwar einigermaßen an die Klinik gewöhnt, aber viel interessanter finden ich es immer noch nicht.

Folglich habe ich mich dahingehend arrangiert, daß ich die Runden mitmache, in Notfällen mithelfe und ab und an zur Klinik runtermarschiere, ansonsten aber lerne. Oder zumindest auf meine Bücher starre. Oder auch einfach schlafe, denn die Mitternachtsrunde ist jede Nacht angesagt und jede zweite Nacht muß ich um vier raus für die Kolikchecks.

Aber das gehört zu den Sachen die mir aus irgendwelchen Gründen Spaß machen.

Es ist ganz offensichtlich, daß ich auch geschädigt bin.





Das ist übrigens das Cottage in dem ich wohne: )

Aber geschädigt oder nicht, ich habe schon sehr interessante Pläne für meine vier Tage Urlaub. Sie beinhalten unter anderem Jugendherbergen die in Käffern liegen, zu denen noch nicht einmal zweispurige Straßen führen.



Alles in allem ist das Leben doch sehr schön *g*
alex_t: (Default)

Nachdem ich diese Woche eine Unterstützung habe - von den drei Edinburgher Studenten die eingeteilt sind ist sie die einzige die auch da ist - konnte ich die letzten zwei Nächte ausschlafen.
Das arme Mädel scheint durch die Schilderungen der Nurses und Ärzte den Eindruck bekommen zu haben ich hätte die letzten drei Wochen überhaupt nicht geschlafen und daher beschlossen mich keine der Nachtbehandlungen machen zu lassen.
Ist mir auch recht.

Aber wenn ich keinen Schlafmangel habe beschäftige ich mich anderweitig. Zum Beispiel damit, die Geocaching-Webseite zu durchstöbern (ein GPS-Reciever steht auf meiner Liste von Dingen die ich kaufe wenn ich denn mal im Lotto gewinne sehr weit oben. Elektronisches Spielzeug! Haben will!).
Und dadurch habe ich herausgefunden, daß das Kaff Roslin - zu dem diese Klinik zumindest Adressmäßig gehört - eine Kapelle hat. Und daß das die Kapelle ist in der das letzte Kapitel des DaVinci Codes spielt. Und das es dort auch einen Glen gibt der sehr schön sein soll.
Also habe ich mich heute morgen um fünf auf mein Fahrrad geschwungen und bin die 2 Meilen dort hin geradelt um dann für 90 Minuten durch den Glen zu wandern und Fotos zu schießen.
Von denen ich jetzt hier natürlich nur einen kleinen Teil reinstelle. Roslin Glen. Und ein paar Fotos von Castlelaw Hill. Als besonderes Extra: Schafe. )

Das Wochenende war übrigens anstrengend. Eine NotOP bis zwei Uhr morgens, eine weitere am nächsten Tag. Plus drei weitere Notfälle die zu den verschiedensten Zeiten behandelt werden mussten. Schon sehr spaßig.

alex_t: (Default)

Nichts touristisches heute - immernoch kein vernünftiger Internetzugang deshalb wäre hochladen von Fotos ein solcher Aufwand.

Die Woche fing schon damit an, daß die neue Intern (wie nennt man denn einen weiblichen Intern sonst?) gerade frisch von der Uni kommt und *jünger aussieht als ich*. Ich fühle mich alt.
Ansonsten habe ich gerade dieses Stadium der Müdigkeit erreicht in dem es mir immer so vorkommt als ob mein Hirn etwa drei Sekunden hinter dem Rest meines Körpers hinterherhängt.
Dies ist das Resultat einer Woche die damit anfing, daß weder die Intern noch die Nurse auf die Idee gekommen sind mir eine Behandlungszeitpunkt abzunehmen. Und fragen kann ich natürlich auch nicht. Also war montag Nacht ins Bett gehen nach der Mitternachtsrunde und zwischendurch aufstehen um vier und dann auch noch die acht Uhr Behandlung am Morgen angesagt.

Dienstag fiel dann wenigstens wieder Mitternacht weg. Aber der Neufundländer hatte um vier etwa 41.1° Temperatur. Aufwecken wollte ich die Intern natürlich nicht, deshalb habe ich den Ventillator aufgestellt wie angewiesen und um fünf noch mal gemessen. Diese drei Stunden Schlafphasen sind schon sehr effektiv.

Mittwochs kam dann noch drei Uhr dazu. Danke für's Mitdenken liebe Chirurgen. Aber dem Vieh wird es wohl nichts geschadet haben eine halbe Stunde später versorgt zu werden.
Da alle Leute immer ganz lieb zu mir sind, wurde ich am Donnerstagmorgen dann resolut angewiesen heute mal freizumachen. Nicht das ich die Zeit zum schlafen genutzt hätte, nein, ich habe tatsächlich gelernt. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Wirklich.

Donnerstag Nacht kam's dann ganz dicke. Ein epileptischer Zwergspitz der konstante Überwachung brauchte. Und um acht 'nen Anfall mit Herzstillstand hatte. Großartig.
Von 12 bis 3 war ich dran. Von zehn bis zwölf hätte sich schlafen ja auch nicht gelohnt. Beim der ersten Herzkontrolle ist das blöde Vieh dann aufgewacht und hat dauernd versucht aus der Box zu kriechen. Da das neben der Epilepsie noch ein völliger Ataktiker war ist es bei jeder Bewegung beihnahe umgekippt, so daß ich die nächsten anderhalb Stunden damit verbracht habe das Tier zu streicheln damit es liegenbleibt. Erstens konnte ich in dieser unbequemen Position, halb in der Box drinnen nicht lesen und zweitens hatte das Vieh grausamen foetor ex ore und hat mich ständig angehechelt.
Die Nacht ist nur noch dadurch besser geworden das er um 2:45 Uhr einen neuen Anfall hatte. Zum Glück hat er dann wengistens auf die erste Dosis Diazepam reagiert (über meine feinmotorischen Fähigkeiten, mitten in der Nacht beim hektischen Aufziehen von Medikamenten aus Ampullen bewahre ich lieber Stillschweigen). Während die Intern - endlich fühlte ich mich mal gerechtfertigt eine von denen runterzurufen (auch wenn es mir leid tat, in meiner ersten Woche Nachtdienst nach dem Examen würde ich so was auch nicht gerne vorgsetzt bekommen) - und ich dem Vieh noch die Sauerstoffmaske aufdrückten kam dann auch die Nurse zu ihrer Schicht runter. Und ich konnte mich ins Bett verziehen.
Verdachtsdiagnose ist übrigens ein Hirntumor. Ich schreibe jetzt nichts über Aufwand-Nutzen-Verhältnis, das habe ich in der Nacht schon alles dem Hund an den Kopf geworfen.
Am Morgen dann noch die 8 Uhr Runde. Seitdem bin ich jetzt wieder wach. Erschießt mich bitte jemand?



Aber ich habe diese Woche schon bei coolen OPs assistieren dürfen.
"Nimm den Finger da weg, damit ich ihn dir nicht absäge." - Hemimandibulektomie
"Halten sie mal das Herz aus dem Weg, damit ich da unten drankomme." - Pericardioektomie
Heute irgendeine faszinierende Uterus-Stupf-Straffung gegen Inkontinenz. Den Namen hatte ich noch nie gehört und habe ihn natürlich auch schon wieder vergessen.


Ich denke ich muß mir eingestehen, daß ich tatsächlich gerne Kleintieremedizin mache. Ich bin tatsächlich so weit gegangen, zu fragen, ob ich denn von den nächsten vier Wochen Großtiere vielleicht zwei noch in der Kleintierklinik bleiben könnte. Klappt nicht wirklich, aber ich habe gefragt (Ich groß und mutig. Du Tarzan).
Die Tatsache das mir auch die Nachtdienste eigentlich Spaß machen wird zu unglücklichen Zukunftsplänen führen fürchte ich.

alex_t: (Default)

Und wieder eine Woche vorbei. Diese Woche war ich die einzige Studentin hier, was nicht so schlimm klingt bis man sich klar macht, daß die Studenten sich völlig allein um die Nachtbetreuung der stationären Viecher kümmern.
Da den größten Teil der Woche zwei Tiere auf der Intensivstation waren und als mindestest einen Check um Mitternacht und einen um vier Uhr brauchten, waren sowohl die Nurse als auch der Intern zum Glück immer sehr nett und haben die Mitternachtsrunde für mich übernommen.
Trotzdem. Irgendwie anstrengend.

Ansonsten vertreibe ich mir die Zeit damit mich mit den Computerteam der Uni rumzustreiten. )

Als am Samstag dann auch noch mein Handy den Geist aufgegeben hat, hätte ich gerne geschrien.
Aber da dieses Wochenende jeweils genau drei Hunde und Katzen hier sind, konnte ich zumindest gleich in die Stadt fahren und mich darum kümmern.
So ein Handy-Akku ist erstaunlich teuer. Und man bekommt ihn auch nicht in jedem Laden. Auch wenn das Handy dort verkauft werden sollte.

Danach habe ich mir erst mal mein Rad geschnappt und bin auf den nächstbesten Berg geradelt. Castlelaw Hill. Da hatte ich nämlich so ein schickes Schild gesehen, von wegen von touristischem Interesse.
Ist ganz nett, ein paar Kuhlen im Boden von den verschiedenen Ringen des Forts und das ... ich glaube es hieß Earthhouse - so eine Art unterirdisches Lagerhaus.
Dann bin ich noch ein wenig weiter gewandert und habe viele Fotos von der Landschaft gemacht. Und von den Schafen.

Heute wollte ich eigentlich wieder ein wenig sportlich sein, aber irgendwie traue ich dem Wetter nicht.
Die Tatsache, daß die Gipfel der Hügel die ich von meinem Fenster aus sehen kann teilweise völlig von Wolken verdeckt sind, ist auch nicht unbedingt vertrauenserweckend.
Also schreibe ich das hier, und wenn ich gut drauf bin auch noch ein paar eMails und Postkarten.
Aufregend mein Leben, nicht?
alex_t: (Default)
Ich habe gerade zwanzig Minuten damit verbacht einem Pinselohräffchen Wackelpudding in den Mund zu schieben.
alex_t: (Default)
Argh, ich fange lieber an dieses Ding zu schreiben, sonst komme ich nie dazu.

Also: Die Reise nach Schottland )

Am nächsten Tag bin ich ab fünf wie blöd durch die JH getiegert und habe es um 7:30 nicht mehr ausgehalten und bin losgefahren. Obwohl ich mich erst ab Neun am Empfang melden sollte. Die Zeit bis dahin habe ich mich am Parkplatz des Mitlothien Ski-Zenters in die Sonne gesetzt und habe einen Abstecher auf einen weitere Hügel gemacht.

Danach bin ich zur Klinik gefahren, habe mich am Empfang gemeldet und damit hatte die erste Woche in der Klinik angefangen )

Und seitdem? Diese Woche waren die einheimischen Studenten weg, d.h. die Ösis und waren richtig als ICU (intensive care unit)-Studenten tätig. Das beinhaltet die Betreuung der ICU Patienten, die abendliche und nächtliche Medikamentengabe und natürlich auch, daß wir bei Notfällen mithelfen wenn der TA und die Nurse Hilfe brauchen.
Wow. Richtig was zu tun. Und noch dazu kann ich mein Schlafdefizit wieder vergrößern (die Ösis sind eher Nachtmenschen, deshalb gehe
ich nach der 9 Uhr Runde schlafen und kümmere mich dann um die 4, 6 und 8 Uhr Checks) und tagsüber konnte ich mich im rumstehen üben.

Inzwischen habe ich es auch geschaft mir einen Internet-Zugang zu sichern (von wegen viel Aufwand. Einfach in der Hauptbibliothek zum
Computerdesk gehen, Leipziger Studentenausweis vorzeigen und gut ist. "The college you're visiting should have arranged that for you." Vets und Computer sind eben eine ganz eigene Mischung ), aber mit dem Wireless-Access muss ich noch ein wenig die Leute nerven.
Wenn ich Web-Mail nicht so hassen würde, wäre ich also viel besser erreichbar, aber zumindest einmal am Tag gucke ich jetzt nach.
Und Kommentare die hier hintelassen werden bekomme ich automatisch als eMail zugeschickt (Winke mit dem Zaunpfahl sind meine
persönliche Stärke, habe ich das schon mal erwähnt?)

Wer also persönlich was von mir hören will, kann sich ja mal melden (noch mehr Winke. Ich bin schon subtil).

Jetzt beende ich diesen endlosen Bericht lieber mal, sonst vergeht wieder eine Woche bevor ich ihn endlich losschicke.

Kürzere Tagesberichte sind auf jeden Fall einfacher zu tippen.
alex_t: (Default)
Ich bin hier! Allerdings noch nicht in der Klinik.
Warum ist eigenltich immer Bank-Holiday wenn ich nach England gehe?
Und warum vergesse ich meine Passwörter mit Umlauten abzuändern?
Fotos und ein Reisetagebuch gibt's später, jetzt besorge ich mir erst mal was zu Essen.
alex_t: (Default)
Ha! Ich habe eine Unterschrift unter meiner Praktikumsbescheinigung (Anlage 13 gemäß §56 Abs.2).
alex_t: (Default)
Heute konnte ich das Ergebnis von Arbeit auf einem Niveau der Inkompetenz bewundern, das ich hoffentlich nie erreiche.

Vorberichtlich war das Vieh wegen eines Vaginalprolaps kastriert worden (OE oder OHE war fraglich, aber laut Besitzer hat der TA "alles rausgenommen"). Nach zwei Wochen Wundheilungsstörungen die ein anderer TA behandelt hat.
Jetzt wieder Vaginalprolaps - beim Schall sah es irgendwie so aus, als ob noch etwas Ovar dringeblieben wäre. Und eventuell auch der Uterus.

Hund wird aufgemacht. Linkes Ovar ist etwa 5x5 cm mit Cysten. Uterus ist auch noch vollständig drin. Rechtes Ovar ist mit der Milz verklebt, des weiteren mit dem Duodenum, der rechten Bauchwand und dem Pankreas.
Wer macht den eine Ligatur (reine Vermutung, aber wenn der TA das Tier aufgemacht hat wird er doch wohl irgendetwas gemacht haben), richtet damit solchen Schaden an, lässt den Rest drinen und erzählt den Besitzern, daß alles rausgenommen wurde? Das fällt doch spätestens bei der nächsten Läufigkeit auf.
Wie blöd kann man eigentlich sein?

Menschen sind einfach nur dumm.

Wie auch die Katze letze Woche beweist, der das Bein wegfaulte - so richtig offen, mit Maden und allem PiPaPo - und das Vieh war eine Wohnungskatze.




Ich bin übrigens gerade mal wieder am Panikschieben. Oh Gott, bald bin ich fertig. Was mache ich dann bloß?
Das mir jede Person die ich treffe diese Frage stellt und etwa jede Woche mal wieder jemand etwas in der Richtung von "also promovieren sollte man schon, nicht" verkündet, ist mir definitv keine große Hilfe.

Aber morgen geht's erst mal nach Wien. Panikschieben kann ich danach immer noch.
alex_t: (Default)
Wie jemand mit einem Pekinesen dem die gesamte Haut zwischen Augen und Nase fehlt erst nach drei Wochen in die Klinik kommen kann entzieht sich mir. Noch dazu war die nicht etwa abgerissen oder so, sondern anscheinend mehr oder weniger weggefault. Ich weiß ja das diese Hautfalten schwer sauber zu halten sind, aber das ist einfach nur wiederlich.

Morgen helfe ich vermutlich eine Niere rauszunehmen. Heute haben wir einen netten Fix-Ex in einen Barsoi (wie zur Hölle schreibt man die?) eingebaut - und wenn die Bohrlöcher der Schrauben zu groß sind und das mit dem komischen Kuststoffzement nicht so klappt wie es soll ist das eine sehr lustige Bastelstunde.

Letze Woche war die Woche der OP-Kurs OPs. Mal wieder ein paar Knie nach Flo und dann noch ein oder zwei Zepps. Was soll das eigentlich, das sich Dinge, die an der Uni gelehrt werden, plötzlich als praktisch anwendbar erweisen?

Eintlich wollte ich heute noch ein wenig Decke streichen und Rasen mähen - aber ich hänge wie immer lieber faul rum. Immerhin muß ich die wichtige Entscheidunge treffen, ob ich am Montag ins Kino gehe oder nicht. Mein Leben strotzt mal wieder nur so vor Aufregung.
Oder vielleicht bin ich auch nur zu faul über all die wirklich aufregenden Dinge zu schreiben.
Genau. Das behaupte ich ab jetzt.
alex_t: (Default)
Erst pfeffere ich mir die Stacheln meines Pedals ans Schienbein und dann blamiere ich mich auch noch vor einem der Chirurgen. Na gut, nicht so richtig blamiert, aber im Moment komme ich mir mal wieder sehr doof vor. Erstmal fiel mir die Frage warum den zu hohes Ca schädlich ist nur Eklampsie und Co. ein - zu viel, zu wenig, spielt das wirklich eine Rolle? - und dann habe ich auch noch behauptet, daß er gerade das Bauchfell nähen würde. Ähh. Die Bauchdecke. Sehr peinlich. Und dann stellte er auch noch die richtig tollen Fragen wie zum Beispiel wie das mit der Rectusscheide und den zwei Blättern denn so genau ist. Wuh? Rectusscheide? Ich bin schon stolz, daß mir der obliquus externus uns internus noch eingefallen sind. Wie genau das alles da anatomisch so zusammenhängt weiß ich doch nicht.

Und die internen Streitereien sind als Aussenstehender ganz schön zu beobachten. HiG wird von vielen gehasst. Meiner Meinung nach auch teilweise zu Recht. Aber TÄ-Miesepeter mobbt auch fies rum und geht mir auf den Senkel. Warum erwachsene Menschen ihre Laune so an ihrer Umwelt auslassen müssen entzieht sich mir. Es ist schon ganz angenehm da sagen zu können "Ich habe hiermit nichts zu tun".

TÄ-Misepeter ist allerdings eine wirklich gute Chirurgin (soweit ich das beurteilen kann jedenfalls). Vorallem besser als TA-ohne-Dr. Heute habe ich mit jedem eine OHE gemacht. TA-ohne-Dr macht selbst mich - die ich ja allen OPs noch mit sehr viel Respekt begegne - verrückt mit seinem dauernden Kontrollieren ob denn nun da irgendwo eine Blutung ist. TÄ-Misepeter weiß einfach, daß ihre Ligaturen sitzen. Es ist erstaunlich was das für eine andere Stimmung im OP-Saal ist.
alex_t: (Default)
Heute war wieder einer da. 85 kg. Etwa Achselhoch.

Aber die Station ist im Moment Mittags sowieso zum Bersten voll. Es gibt Boxen für 16/17 Tiere. Heute Mittag waren 21 Tiere da - ein großteil davon hatte am Vormittag OP und war nur am aufwachen, aber das ändert nichts an der Tatsache das es verdammt voll war.

TÄ-Ungeduld wird hiermit in TÄ-Miesepeter umgetauft. Wenn sie schlechte Laune hat - und das ist häufig - dann lässt sie wirklich alle in ihrer Umgebung daran teilhaben. Ich weiß auch nicht wirklich ob ich ihr irgendwie besonders ans Bein gepisst habe, aber sie straft mich noch mehr mit Nichtachtung als zuvor. Ist mir auch recht. Ich *muß* ihr schließlich keine Desinfektionslösung für ihre Kratzer anbieten.

Dafür war das Wochenende mit Cushing-TA richtig witzig. U.a. zwei Kater zum katheterisieren - bin ich noch nicht wirklich so perfekt drin - einer hatte am Ende gar keine FLUTD der andere hatte eine Harnröhre die geradezu ausgegossen war, da kamen beim Spülen tatsächlich 7-9 mm lange Zylinder raus. Außerdem ist Cushing-TA einfach der zugänglichste der TAs. Und seine Frau hat selbstgebackenen Pflaumenkuchen vorbeigebracht. Sehr lecker.

TÄ-ohne-Job-aber-mit-Dr ist heute kurzfristig nach Los Angeles geflogen - irgendwas mit Pferde betreuen oder so. Soll man da neidisch werden, oder lieber nicht? Ich bin mit nicht so sicher.

Und mit TA-ohne-Dr habe ich heute rumgerätselt ob es denn nun Perianalhernie, Peritonealhernie (sein Vorschlag, nicht meiner) oder Perinealhernie heißt. Er hat sich dann entschieden in die Kartei einfach Rektumhernie einzutragen. Solche Vorkommnisse geben mir immer wieder das Gefühl nicht völlig blöd zu sein. *g*


So, nachdem ich jetzt die Matrikelseite zum Laufen gebracht habe und diesen zerstückelten Bericht geschrieben habe mache ich mich vielleicht wirklich mal an's Lernen. Bäh. Ich will nicht.
alex_t: (Default)
Ich tippe einhändig. Und nicht nur einhändig, sondern zusätzlich auch noch mit links.
Das wollte ich mal ganz allgemein der Welt mitteilen.

Und alles nur weil eine blöde Katze mich gebissen hat. Toll. Noch dazu ein ganz harmloses und friedliches Vieh. Wirklich spitze, ich kann noch nichtmal von einem aufregenden Kampf berichten.

Dafür bade ich denn Ballen meines Daumens in quitschgelbem Antiseptikum, schlucke seit einem Jahr abgelaufenes Amoxicillin und packe irgendeine Enzymsalbe auf die Bisslöcher wenn ich arbeiten gehe. Immerhin konnte ich meine Mutter davon abhalten die Hand auch noch zu schienen. Das ist immerhin was wert.

Ansonsten gab's letzte Woche keine Kastration für mich, ich erkenne auf EKGs langsam einiges (wenn ich daran denke wie ich in Physio gelacht habe, ob der Vorstellung regelmäßig EKGs bei Hunden zu schreiben,... Man lernt halt nie aus.) und heute kamen gleich drei Autounfall-Katzen im Notdienst.

Jetzt wird mir dieses tippen zu viel, deshalb ist für heute Schluß.
alex_t: (Default)

  • Ganz fachmänisch ausgedrückt ist cutane Leishmaniose wirklich bäh.


  • Flexülen schieben und intubieren verlernt man nicht.


  • Praktikant sein ist an Tagen an denen nur Nachkontrollen, Fäden ziehen und impfen auf dem Plan steht ziemlich ätzend. Es bringt einem nicht wirklich etwas, aber wenn man fehlt macht's 'nen schlechten Eindruck.


  • Drei Wochenenden im Notdienst mitarbeiten zu müssen bedeutet, daß ich ab jetzt für 24 Tage am Stück arbeite. Was ich nicht alles tue um das Pfingstwochenende freizuhaben. Wehe das Wetter in Wien ist dann nicht schön.


  • Für Irische Wolfshunde ist der Transportwagen der Klinik einfach nicht ausgelegt.



Und überhaupt nichts mit dem Praktikum zu tun hat folgende Erkenntnis:


  • Auch wenn man bis obenhin vollgestopft ist sollte man nicht auf das Angebot Kuchen mit nach Hause zu nehmen verzichten. Vorallem wenn es Kuchen für eine Kommunion war. Solche Massen. Und wie gerne hätte ich jetzt ein Stück davon, auch wenn ich mir das gestern gar nicht vorstellen konnte.

alex_t: (Default)
Abgesehen von der Tatsache, daß die Hälfte der TAs heute nicht da war - Kongress in Baden-Baden - und deshalb fast nichts zu tun war und daher die Azubis alle Wände schrubben durften (gestern durften sie die überschüssige Zeit mit dem freikratzen von Fließenfugen von Unkraut zubringen) [AbM? Wo denn?] wurde mir heute vom Dönermann ein Döner in einem ovalen Brötchen verkauft.
HORROR!
alex_t: (Default)
Der HiG meine heute zu mir ich solle doch noch mal bei der Kastration helfen, damit ich es dann nächste Woche selber machen kann.
Oh Gott! Ich. Rüden kastrieren. Alleine.
Ich kann das. Klar kann ich das. Außerdem sagt der HiG viel und ob die TÄs das dann so machen ist schon wieder eine andere Frage.
Aber trotzdem. Kastration. Ich. Nicht etwa Kater - das machen ja die TAHs - sondern Rüden und Katzen.
Wah!

Dafür gab's heute auch Erfolgserlebnisse. Ich habe beim abhören tatsächlich das Vorhofflimmern wiedererkannt. Ok, es ist billig, aber ich habe einen Hund abgehört und wusste, hey, das Geräusch kennst du. Triumph!
Und 'ne Dogge habe ich auch intubiert. Hah! Ich werde richtig gut.

Das war heute sowieso sehr amüsant. Auf dem einen OP-Tisch lag ein Irischer Wolfshund der die Implantate von seiner Valgus-OP entfernt bekam, auf dem anderen eine Dogge mit einem Kreuzbandriss.
Was für Riesenköter. Die TAHs auf Station wollten mich schon nicht mehr mit dem Wagen reinlassen, weil ich immer so Schwergewichte angebracht habe. Und das Bein einer Dogge während der OP zu halten ist auch kein Zuckerschlecken. Ich habe erst beim Zunähen übernommen und mir ist schon fast der Arm abgefallen. (Und der Präputialkatharr von dem Monster ist auf meiner Hose gelandet - ok, die Spülflüssigkeit, aber trotzdem. Argh)

Anscheinend stimmt mir TA-ohne-Job darin zu, daß der Chef seltsam ist. Sie scheint auch zu versuchen bei egal welchem TA im Behandlungszimmer zu stehen - selbst wenn da nur geimpft wird - anstatt sich beim Chef mitreinzustellen.

Und ich habe endlich wieder Internet. Zwei Tage ohne sind nicht gut für meine Nerven. Wenn ich nicht aufgepasst hätte, hätte ich beinahe angefangen zu lernen und darauf habe ich nun wirklich keine Lust.
alex_t: (Default)
Ich glaub's nicht. Heute hat tatsächlich einer der TÄ auf die Frage welche Kleintierkliniken denn noch gut seien - Hofheim, auch Gießen? - geantwortet, daß Gießen nicht so toll wäre. Hannover aber. Und LEIPZIG!
Ich wusste nicht recht was ich dazu sagen sollte.

Ansonsten habe ich heute Konkurenz im rumstehen bekommen. Eine TÄ die bisher in einer Gemischtpraxis in Norddeutschland gearbeitet hat und zu ihrem Freund hierher gekommen ist und noch auf der Suche nach einer Stelle ist. Eine Stelle ist hier zwar wohl nicht frei, aber hospitieren um was dazuzulernen darf sie.

Fuchswelpen sind übrigens extrem niedlich - und wenn sie 3 Meter tief in einen Keller gefallen sind kann man den Überbringern auch kaum vorhalten, daß man junge Wildtiere nicht aus ihrer Umgebung entfernt.

Auf dem Program standen heute unter anderem eine arthroskopische Versorgung eines fragmentierten Proc. Coronoideus - aber nachdem das Ding total riesig war und außerdem das Arthroskop beschlagen war wurde es doch eine Arthrotomie.
Und einer Bulldogge haben wir das Gaumensegel gekürzt. Ich konnte sogar die ausgestülpten Stimmtaschen bestaunen. Mein Gott, ich hatte das Gefühl in einer Vorlesung wirklich was gelernt zu haben.
Herzultraschall an einem Polizei-Rotti.

Sonst noch ein bisschen impfen, mehr fette Möpse und Bulldoggen als ich ertragen kann und ich habe das Skriborbelichten jetzt endlich drauf.

Alles in allem ein guter Tag. Auch wenn die Stimmung irgendwie allgemein gereizt war. Eine der Azubis geht irgendwie allen auf den Krempel und da sie heute Nachmittag die Station und das Labor mehr oder weniger alleine führen musste war das Chaos natürlich vorprogrammiert.

Hmmm, gehe ich heute ins Kino? Dies sind die spannenden Entscheidungen die mein Leben bewegen.
alex_t: (Default)
Sehr spannendes Praktikum bis jetzt.
Natürlich viele fette Hunde und nervige Besitzer, aber das ist ja klar.

Und jetzt werde ich dieses Ding mal ein wenig mit den Vorgängen der letzen zwei Wochen füllen. Damit die Leute die ich dann hierherlinke auch was zu lesen haben *g*
alex_t: (Default)
Wo genau diese Woche hin verschwunden ist, ist mir nicht ganz klar. Ich weiß noch, daß ich am Montag rumgestöhnt habe, daß ich wieder mit dem Fahrrad los muß (schließlich sind es nur 15 km nach Frankfurt und ich bin viel zu geizig mir ein RMV-Ticket zu kaufen) und plötzlich war es schon Samstag und der erste Tag den ich seit Begin dieses Praktikums freihatte.

Hmm. Brainstorming: Einige OP-Assistenzen. Eine Intra-OP-Eutha an der ich mehr als nur Hautnähte üben konnte. Einiges an Ultraschall. Ein Cushing-TA der davon überzeugt ist, das ich Ahnung habe. TÄ-Ungeduld war aus dem Urlaub zurück. Sie scheint auch nicht so genau zu wissen was sie von mir halten soll, aber ich darf auch ihre Patienten zunähen wenn der Tisch nicht schnell wieder gebraucht wird. Diskussionen über Hodentumoren bei denen sich herausstellte, daß keiner der TÄ sich erinnern konnte ob nun Sertoli- oder Ledyigzell-Tumoren Östrogen produzieren. Ein bisschen Werbung für Vetidata nur um dann festzustellen, daß sie das Passwort geändert haben (nicht das ich denen das geben wollte, aber einmal demonstrieren wie das so aussieht und funktioniert wäre schon ganz nett gewesen). Totaler Streß im OP weil der Chef der Meinung ist "Ach, 'nen Milztumor kann man auch noch mal schnell dazwischenquetschen", was den Rest der Chirurgen Mordgedanken frönen lässt. Eine Kehlkopflateralisation mit dem Buch und den Anweisungen direkt neben dem Tisch. Ich denke ich erkenne jetzt einen Schenkel-Block im EKG. Und die Nebennieren erahne ich im Ultraschall inzwischen auch ganz gut. Dafür überfordert mich die korrekte Belichtung des Skribors beim Röntgen immernoch. Ich bin irgendwie zu blöd das Ding in der richtigen Position festzuklemmen.

Da ich immer ein wenig im Hintergrund hocke bekomme ich den ganzen internen Klatsch und Tratsch mit. Unbeschreibich spannend. Wer hasst wen und wer geht wem auf den Senkel. Da ich ja nicht völlig blöd bin halte ich mich schön raus und versuche es mir mit keiner der TAHs zu verscherzen - mit den TÄ natürlich erst gar nicht. Irgendwelche internen Kämpfchen fehlten mir gerade noch zu meinem Glück während dieser zwei Monate.

Inzwischen scheint TÄ-Bohnenstange mir auch zuzutrauen mal ein Vieh festzuhalten. TA-ohne-Dr konnte ich ein wenig was in Bezug auf Computer erklären und vor dem Chef habe ich mich noch nicht als absolut inkompetent geoutet. Auch was wert.
alex_t: (Default)
Ach ja:

Es war natürlich perfektes Wetter mit strahlend blauem Himmel, wie sich das eben so gehört wenn man am Wochenende arbeiten muß.
Am Samstag war absolut *nichts* los. Außer einer Dame die dringenst im Notdienst Frontline kaufen musste. Und ich hatte auch keine Unterlagen dabei mit denen ich die Zeit irgendwie sinnvoll hätte nutzen können.
Die TAHs hatten Zeitschriften dabei und gackerten untereinander, TA-ohne-Dr feilte an irgendwelchen Texten zur veröffentlichung rum und ich habe mir die Sonne auf den Pelz brenne lassen bis es mir gar zu langweilig wurde und ich gefragt habe ob ich kurz nach Hause kann um meine Bücher zu holen. TA-ohne-Dr hat mir erklärt ich müsse gar nicht wiederkommen da ja gar nichts los seie.
Passt natürlich überhaupt nicht zu meiner Arbeitseinstellung aber ich habe mich überzeugen lassen.

Zu Hause musste ich dann wieder feststellen, daß die Vergabe von Kleidergrößen rein zufällig erfolgt. Ich hatte nämlich meine Mutter zwei weiße Hosen für mich bestellen lassen (sehe ich aus als ob ich gut mit Katalogen umgehen könnte?) und obwohl beide dieselbe Größe hatten, ware doch die eine zu klein während die andere passte. Und beide waren wie immer zu lang. Obwohl eine sogar Kurzgröße war.
Die Welt ist unfair.

Ich bin am Sonntag wieder aufgekreuzt - diesmal mit genügend Beschäftigungsmaterial, daß ich natürlich an diesem Tag nicht brauchte - und durfte gleich in den OP weitergehen.
Unterkiefer, Oberkiefer und Jochbein gebrochen. Bei einem 7 Monate alten Hund. Da konnte man die Jochbeinstücke aus der Mundhöhle ziehen. Das Vieh hat das erstaunlich gut weggesteckt und konnte am selben Tag noch nach Hause. Direkt im Anschluß durfte ich auf dem Tisch eine Sektion an einem Kaninchen improvisieren. "Ach, hol erst mal alles raus und sag mir falls du was findest." Sehr witzig, wirklich. Fettlebern sind bei Karnickeln relativ häufig, richtig?

Ansonsten waren noch ein Paar Vergiftungen aus dem Nachtdienst da und es kamen den ganzen Tag Patienten. Allerdings keine dramatischen Notfälle an die ich mich erinnern würde. Aber wir hatten genug zu tun. Und haben nebenher noch die Autoreifen einer TAH die eigentlich keinen Dienst hatte gewechselt, obwohl sie TA-ohne-Dr gebeten hatte, aber er hat es leider nicht hingekriegt. Dafür gab es dann einen leckeren Salat.
alex_t: (Default)
Für den Rest der Woche bin ich größtenteils in den Behandlungszimmern rumgestanden.
Nach zwei Tagen habe ich mich dann auch das erste mal zum Beobachten in den OP getraut. Und wurde glatt vom Chef ausgequetscht wärend er einen Fix-Ex zusammenschraubte. "Was haben sie denn vor wenn sie dann fertig sind? Doktorarbeit? Was soll das heißen, wenn sie denn was finden, sie müssen auf die Leute *zugehen*. Wie sind sie denn auf Edinburgh gekommen?"
Des weiteren standen viele Herzultraschall-Plurals auf dem Programm, nachdem ich mir die KTK-Folien durchgelesen hatte erkenne ich auch einiges. Und seitdem ich den Cushing-TA (der auch der Cardio-TA ist) nach einigen Details über PW bzw. CW-Doppler gefragt habe denkt er jetzt ich hätte irgendwie Ahnung. Hab' ich doch gar nicht. Hilfe.

Von den Tierärzten her erklärt Cushing-TA besonders gerne. Er fragt auch gerne mal nach und lässt mich richtig was machen "Hier, hörst du das Herzgeräusch?", "Schieb mal den Katheter." Der Chef ist seltsam, lässt mich aber auch schon mal assistieren (und dann das Tier fertig zunähen. Wohooo!) TÄ-Bohnenstange scheint nicht überzeugt, daß ich auch nur die grundlegensten Dinge kann. Selbst zum Festhalten der friedlichsten Tiere holt sie lieber eine TAH rein. TA-Gartenzwerg scheucht mich im OP auf den Platz wo ich am besten sehen kann und erklärt was er macht oder holt mich zum assistieren bei KBR-OPs hinzu. und TA-ohne-Dr lässt mich auch mal einen Röntgenbefund beschreiben und erklärt was. Fragen beantworten sie natürlich alle, aber ich tendiere generell mehr dazu Dinge zu Hause nachzuschlagen. Da muß ich noch ein gutes Gleichgewicht finden. Wenn ich jede dämliche Frage stelle die mir in den Kopf kommt wird das kaum positiv sein, aber gar nichts fragen lässt mich uninteressiert scheinen. Verdammt. Ich hasse es Fragen zu stellen auf die ich die Antworten selbst herausfinden kann.

Sollte ich in der Chirurgie-Prüfung eine KBR-OP nach Flo vorführen müsssen bin ich auf jeden Fall gut gerüstet denke ich.
Aber in der OP-Vorbereitung muß ich mich wohl doch irgendwann mal überwinden und nachfragen ob ich auch mal ein paar Flexülen schieben darf oder ein oder zwei Tierchen intubieren darf. Aber ich will auch den AzuBis nicht die Chance nehmen das mal zu machen. Ich habe beides ja zumindest schon ein oder zwei mal gemacht. Bäh. Seit wann bin ich denn so ein netter Mensch?

Am Donnerstag meinte dann der HiG ob ich nicht dieses Wochenende direkt das erste Mal mitarbeiten will. Großartige Idee. Ich bin jeden Abend völlig tot und hatte gehofft am WoE ein bisschen nacharbeiten zu können. Aber was soll's schließlich muss ich auf jeden Fall das Pfingst-WoE frei haben und wenn ich jetzt bereitwillig arbeite kann ich dann viel eher sagen, daß ich an diesem Termin leider nicht kann.
Ta-ohne-Dr hat Dienst und sagt ich muß erst um 10 Uhr antanzen. Na mal gucken.

Die Aprilscherze am Freitag waren auch ganz ulkig - vor allem da ich nicht das Opfer war. Das 'Wartezimmer'-Blatt des Computerprogramms wird generell auch zur Klinikinternen Komunikation gebraucht und wenn dann plötzlich ein Llama mit dicken Eiern angekündigt wird hat das schon interessante Kommentare zur folge.
alex_t: (Default)
Erster Praktikumstag rum. Ich versuche mich gerade daran zu erinnern was da genau los war. Also:

Ich hatte in der Woche zuvor niemanden erreicht und wusste daher nicht, wann ich eigentlich antanzen sollte oder ob ich was spezielles anziehen sollte. Der perfekte Start in den Tag.

Ich bin dann einfach mal um kurz vor acht auf der Matte gestanden und hab' gesagt das ich heute hier ein Praktikum anfangen würde. Da wurde ich gleich mal in einen Umkleideraum verwiesen mit der Anweisung mich wieder am Empfang zu melden wenn ich mich umgezogen hätte. Umm. Umgezogen? Ich hatte nichts zum umziehen dabei.

Ich also wieder rauf zum Empfang, bescheidgesagt das ich meine Klamotten zu Hause vergessen hätte ("Nicht so schlimm, heute ist sowieso alles etwas lockerer und der Chef ist auch nicht da.") und ab ins Auto. Nachfragen was ich denn anziehen sollte hab' ich mich natürlich auch nicht getraut. Aber da alle Leute denen ich begegnet bin ganz in weiß rumgerannt sind habe ich zuhause erst mal nach weißen Klamotten gesucht. 'n T-Shirt habe ich auch noch ausbuddeln können , aber ich besitze keine weißen Hosen und die Dienstkleidung meiner Mutter ist mir ungefähr 3 Größen zu klein.

Wieder zurück zur Klinik, weißes Shirt über meinen braunen Rolli und hoch zum Empfang. Das gab zwar ein paar merkwürdige Blicke, aber direkt hat niemand was gesagt.
Gerade als mich eine der Empfangsdamen dann irgendwo hin geleiten wollte sind wir einem Mann ganz in grün über den Weg gelaufen. Der schien sich auszukennen. Nachdem er abgeklärt hatte, daß ich in der Tat eine Praktikantin bin hat er die Empfangsdame zurück zum Empfang geschickt und mich ein wenig rumgeführt.

Die Klinik sieht von außen so aus:

Und drinnen so:



Nachdem der liebe Herr in grün (von jetzt an HiG genannt) mir alles gezeigt hatte und dabei erklärt hat, daß es morgens um 8 vor dem Röntgenschacht losgeht, wo die Tierärzte die Bilder und Patienten vom Vortag besprechen, und daß ich in weißer Hose und weißem Oberteil (und weißem Kittel - aber da alle TÄ das zu ignorieren scheinen, habe ich das nicht so ernst genommen) rumlaufen soll und mir überlegen soll ob ich mehr chirurgisch oder mehr innere-mäßig interessiert bin (ich habe mich dann ganz eindeutig auf halb-und-halb festgelegt) und immer schön fragen soll, damit ich auch was lerne und auch mal zuhause nachlesen soll, da der Chef und einige der anderen TÄ auch mal ganz gerne die Praktikanten in der OP was fragen, aber wenn man andauernd keine Ahnung hat es ihnen auch zu blöd wird, und daß man den Computer *so* bedient, und daß die Termine nachmittags bis um 18 Uhr gehen, ich aber auch ruhig mal früher gehen kann wenn nichts interessantes mehr ansteht, solage ich bescheidsage, damit mich im Falle eines Brandes niemand mehr im Haus sucht und das ich an vier Wochenenden mitarbeiten soll, aber dafür in der darauffolgenden Woche 2 Tage freimachen kann ... -- Kurze Verschnaufpause und Suche nach dem Anfang diesen Monstersatzes -- hat er mich der TAH in der Station auf's Auge gedrückt. Da habe ich dann erst mal kurz beim Leichentransport geholfen und ansonsten versucht möglichst wenig im Weg zu stehen (darin bin ich erstaunlich gut). Irgendwann kam dann einer der TÄ runter und hat Blutproben abgegeben - und mir die typischen Fragen gestellt "Praktikantin? Tiermedizin? Welches Semester? Neuntes? Da kann man ja schon richtig mit ihnen diskutieren." (Klar doch. Solange sie von mir keine konkreten Äußerungen verlangen) und mich dann ein wenig über Cushing ausgequetscht - seine Blutprobe war nämlich für einen ACTH-Stimulationstest. Clevererweise hatte er das gerade zuvor der TAH erzählt während ich in irgendeiner Ecke gestanden habe und selbst wenn ich die Antwort nicht auch so gewusst hätte, hätte ich ihm antworten können. Das haben seither einige der TÄ gemacht. Entweder die halten mich für taub oder total abwesend oder sie übersehen mich (oder halten mich für total blöd. Wah! Paranoia!), aber sie unterhalten sich untereinander oder mit den TAH über einen Fall und wenig später fragen sie mich etwas zu dem Thema.

Den Rest des Tages bin ich dem Cushing-TA (und auch TÄ-Bohnenstange und TA-Gartenzwerg) etwas gefolgt und habe bei ein paar Herzultraschallen (Ultraschalls? Ultraschällen?) zugeguckt, erklärt bekommen wie der Röntgenentwickler funktioniert und generell beobachtet wie in der Klinik alles mögliche gehandhabt wird. Immer wenn gerade nichts los war habe ich mich in eine Ecke verzogen oder auf die Treppe gesetzt (möglichst außerhalb der Sichtweite der Patientenbesitzer) und fast immer kam der HiG vorbei und hat mir gesagt ich soll mich doch an einen TA hängen. Wie denn? Die haben im Moment doch auch nichts zu tun - aber ich habe brav genickt und mich woanders versteckt.

Am Abend haben mich meine Füße natürlich umgebracht. Und ich hatte seit über 12 Stunden nichts gegessen. Wann nämlich genau Mittagspause ist (in der ich laut HiG auch gerne die Klinik verlassen kann) hat der HiG natürlich nicht erwähnt. Irgendwann wirkte die Klinik einfach sehr ausgestorben (im Computer habe ich später rausgefunden, daß von 1-2 keine Termine angesetzt werden) und da hatte ich mich einfach noch etwas besser verstecke, damit der HiG mich nicht wieder drängelt mir doch einen TA zu schnappen und daher bin ich nicht zum Essen gekommen.
Aber ich habe brav und lieb erst mal noch alle Billig-Textilgeschäfte der Umgebung abgeklappert bis ich wenigstens ein Paar weiße Hosen hatte und drei bis vier Oberteile.
Aber nachdem das vom Tisch war bin ich Heim, habe mir eine Pizza gemacht und bin tot umgefallen.
alex_t: (Default)
Test, Test.

Hiermit sei der Tradition genüge getan.

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